Startseite
09 | 02 | 2010
Literarisches Zitat

Aber nur solange das Licht im Tale lag, war es ihm erträglich; gegen Abend befiel ihn eine sonderbare Angst, er hätte der Sonne nachlaufen mögen. Wie die Gegenstände nach und nach schattiger wurden, kam ihm alles so traumartig, so zuwider vor: es kam ihm die Angst an wie Kindern, die im Dunkeln schlafen; es war ihm, als sei er blind. Jetzt wuchs sie, der Alp des Wahnsinns setzte sich zu seinen Füßen: der rettungslose Gedanke, als sei alles nur sein Traum, öffnete sich vor ihm; er klammerte sich an alle Gegenstände. Gestalten zogen rasch an ihm vorbei, er drängte sich an sie; es waren Schatten, das Leben wich aus ihm, und seine Glieder waren ganz starr. Er sprach, er sang, er rezitierte Stellen aus Shakespeare, er griff nach allem, was sein Blut sonst hatte rascher fließen machen, er versuchte alles, aber - kalt, kalt! Er musste dann hinaus ins Freie. Das wenige, durch die Nacht zerstreute Licht, wenn seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt waren, machte ihm besser; er stürzte sich in den Brunnen, die grelle Wirkung des Wassers machte ihm besser; auch hatte er eine geheime Hoffnung auf eine Krankheit - er verrichtete sein Bad jetzt mit weniger Geräusch.

Georg Büchner (Lenz, Auszug)

Herzlich willkommen PDF Drucken E-Mail

Herzlich willkommen auf der Website www.mayer-ffm.de. Die Website befindet sich derzeit noch im Aufbau! Die Rubrik REISEN umfasst allerdings schon jetzt einige Bildergalerien! Die Beschriftung der einzelnen Bilder wird allerdings erst in den kommenden Wochen und Monaten sukzessive erfolgen. Das Download-Angebot in den Rubriken SOFTWARE und COMPUTERKUNST wird in naher Zukunft spürbar ergänzt werden.

 
Online-Statistik
Wir haben 4 Gäste online